Die Arbeit 1
 
Projekte
 


 -Projekte -

 

Projekte bilden ein wesentliches Element unserer Arbeit. Die Themen stammen entweder aus den Lehrplänen der Fächer, die ich in der Klasse unterrichte (Deutsch, Welt/Umwelt, Naturwissenschaften) oder aber aus Vorschlägen der Schüler, die in der Klassenversammlung besprochen und abgestimmt worden sind.

In der Regel dauert ein Projekt 3 Wochen.
Es beginnt mit einem Einstieg, den meistens ich vorbereite. Dieser hat die Aufgabe, das Thema anzureißen, Fragen auszulösen und mögliche Unterthemen aufzuzeigen. Am Ende dieser Einstiegsphase soll jeder Schüler einen Bereich bzw. eine Fragestellung entwickelt haben, zu dem er arbeiten kann. Ob dies in Form von Gruppen- oder Einzelarbeit geschieht, bleibt dem Einzelnen überlassen.

Für den weiteren Verlauf der Arbeit habe ich das Arbeitsblatt "Die sieben Projektschritte" erarbeitet, an dem sich die Schüler orientieren sollen.

Verpflichtend für alle Schüler ist, Leitfragen für ihre Arbeit zu formulieren und mir mitzuteilen. Ich notiere diese und achte darauf, dass die Fragestellungen adäquat sind, d.h. dass sich die Schüler nicht überfordern, aber auch nicht unterfordern. In diesen Fällen äußere ich meine Bedenken und mache Vorschläge, die die Schüler übernehmen oder ablehnen können.
Gleichzeitig erhalte ich einen Überblick über die Erarbeitung des Projektthemas und kann so Inhalte, die ich für unverzichtbar halte, in die Klasse einbringen. Dies geschieht dann beispielsweise durch kurze (15 - 20 Minuten) Lehrervorträge, das Einbringen von Arbeitsblättern usw.
Eine wichtige Vereinbarung mit der Klasse besteht darin, dass Leitfragen nur nach Absprache mit mir verändert werden dürfen. Dadurch will ich verhindern, dass bei Schwierigkeiten resigniert und ausgewichen wird. Habe auch ich keine Idee für die weitere Arbeit an einer Frage oder aber erscheint die Beantwortung als zu schwierig, wird sie gestrichen oder verändert.

Nach der Festlegung der Leitfragen erfolgt die Erarbeitungsphase. Hier sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Arbeit im Klassenraum, in der Bücherei, Interviews im Stadtteil, Suche im Internet .... - entsprechend dem Thema wählen die Schüler den Ort und die Methode, die sie für richtig halten.


 

Vorbereitet wird in dieser Phase die Präsentation vor der Klasse: Ergebnisse, Erkenntnisse, Lernwege usw. müssen den Mitschülern vorgestellt werden. Dabei sind sowohl Inhalt als auch Form der Präsentation wichtig.

Beim Inhalt achten wir darauf, ob die Leitfragen bearbeitet bzw. beantwortet werden und ob die Präsentierer "Experten" für ihr Thema, für ihren Bereich sind.
Bei der Form soll angestrebt werden, die Vorstellung der Arbeit möglichst interessant und anschaulich zu gestalten: Freie Rede, Einsatz unterschiedlicher Medien wie OHP, Diaprojektor, Tonträger, der Bau von Modellen, der Einsatz von kurzen Theaterszenen sind nur einige Beispiele, die eine Präsentation für die gesamte Klasse anschaulich und spannend machen können.

Am Ende der jeweiligen Präsentation gibt es ein Feedback durch die Klasse: "Was war gut?" und "Was kann besser gemacht werden?" sind die Fragen, an denen sich diese Reflexion orientiert.




Abgeschlossen wird ein Projekt durch das Erstellen einer Projektzeitung bzw. eines Versuchsprotokolls - sofern es sich um einen Versuch beispielsweise aus den Naturwissenschaften gehandelt hat. Ziel ist es, die eigene Arbeit zu reflektieren (inhaltlich und in der Zusammenarbeit) und die wichtigen Inhalte noch einmal zu formulieren. Auch hier haben die Schüler ein Arbeitsblatt als Hilfe für die Arbeit. Das Arbeitsergebnis wird eingesammelt und zu einer Projektmappe geheftet, die in der Klasse ausgestellt wird.




Die Arbeit in solchen Projekten halte ich für eine sehr gute Form der inhaltlichen Arbeit in der Schule: Arbeit in selbstgewählten Schwerpunkten oder Interessensgebieten, Handlungsorientierung, Produktorientierung, selbstständiges Arbeiten, Reflexion, ... - all diese Schlagwörter deuten an, wo Vorteile dieser Arbeit liegen.

Durch die Präsentation der Ergebnisse in der Klasse entsteht in aller Regel eine Diskussion über die Ergebnisse und über die Arbeit, eine Diskussion, die oft große Teile der Klasse mit einbezieht. Die Schüler verstehen das, was ihnen präsentiert wird, es entspricht ihrem Denken und so werden sie in die Lage versetzt, die Präsentationen kritisch und neugierig zu begleiten. Oft entstehen spannende Gespräche, die durch die Vorstellungen ausgelöst wurden.


     
     

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